Rollrasen ist die schnellste Möglichkeit zu einem grünen Rasen – kein Warten auf Keimung, kein Unkrautproblem in der Anfangsphase. Wer die Verlegung richtig angeht, hat innerhalb weniger Stunden einen fertigen Rasen, den er nach 2 bis 3 Wochen bereits benutzen kann.
Rollrasen vs. Ansaat: Was ist besser?
| Kriterium | Rollrasen | Rasensaat |
|---|---|---|
| Kosten | 3–8 EUR/m² | 0,30–0,80 EUR/m² |
| Wartezeit bis Nutzung | 2–3 Wochen | 6–8 Wochen |
| Sofortiger Eindruck | Sofort grün | Erst nach 3–4 Wochen sichtbar |
| Schwierigkeitsgrad | Mittel | Gering |
| Unkrautrisiko | Gering | Hoch (in der Keimphase) |
| Haltbarkeit | Gleich | Gleich |
Fazit: Rollrasen lohnt sich bei kleinen Flächen (bis ca. 200 m²), Zeitmangel oder wenn der Rasen schnell benutzt werden muss. Auf großen Flächen sparst du mit dem klassischen Aussäen des Rasens erhebliche Kosten, musst dafür aber mehrere Wochen Geduld mitbringen. Ein zweites Argument für Rollrasen: An abschüssigen Grundstücken schwemmt Regen die Saat gerne weg, während die Rollen sofort liegen bleiben.
Vorbereitung: Das macht den Unterschied
Schritt 1: Alten Bewuchs entfernen
Bestehender Rasen, Unkraut und Moos müssen vollständig entfernt werden. Methoden:
- Rasen abstechen und entfernen
- Vertikutieren und Entfernen des Aufwuchses
- Mit Totalherbizid behandeln (dann 2 Wochen warten)
Schritt 2: Boden tiefenlocker
Rasenwalzen und Jahrzehnte alter Rasen verdichten den Boden stark. Für gutes Anwachsen muss der Boden 15 bis 20 cm tief gelockert werden – mit Kultivator, Grubber oder Motorhacke.
Schritt 3: Boden verbessern
- Lehmiger Boden: Sand (5–10 kg/m²) und Kompost einarbeiten
- Sandiger Boden: Kompost oder reife Erde einarbeiten
- Stark saurer Boden: Kalk geben (nach pH-Test)
Schritt 4: Planiern und Verdichten
Fläche mit einem Rechen planieren – alle Unebenheiten entfernen, denn ein schiefer Untergrund bedeutet einen schiefen Rasen für immer. Dann leicht verdichten (Gartenwalze oder Abtreten).
Schritt 5: Startdünger geben
Rollrasen-Startdünger mit hohem Phosphoranteil direkt vor dem Verlegen ausbringen (30–50 g/m²). Phosphor fördert die Wurzelbildung.
Schritt 6: Gut wässern
Den vorbereiteten Boden vor dem Verlegen gründlich wässern. Trockener Boden entzieht dem frischen Rollrasen sofort Feuchtigkeit.
Rollrasen verlegen: Schritt für Schritt
1. Lieferung und Lagerung
Rollrasen muss sofort nach Lieferung verarbeitet werden. Nicht aufgerollt liegenlassen – spätestens nach 24 bis 48 Stunden erhitzt sich der Rasen in der Rolle, und die Gräser sterben ab.
2. Erste Reihe verlegen
Mit der ersten Reihe an einer geraden Kante beginnen (Weg, Zaun, Mauer). Die Rolle auf dem vorbereiteten Boden abrollen und festdrücken.
3. Versetzt verlegen
Die zweite Reihe um eine halbe Rollenlänge versetzt verlegen – wie beim Mauerwerk. So entstehen keine durchgehenden Nähte, die später auffallen.
4. Nähte eng stoßen
Die Rollen müssen eng aneinanderliegen – kein Spalt, kein Überlapp. Spätere Lücken schließen sich zwar mit der Zeit, sehen aber zunächst unschön aus.
5. Tritt für Tritt andrücken
Nach dem Verlegen jeder Reihe mit einer Gartenwalze oder durch Abtreten andrücken. Gut angedrückter Rasen verwurzelt schneller.
6. Ränder anpassen
Am Ende und an Kurven den Rollrasen mit einem Rasenkantenmesser, Spaten oder einer scharfen Schere zurechtschneiden.
Sofort nach dem Verlegen: Wässern!
Das ist der kritischste Moment: Frisch verlegter Rollrasen braucht sofort Wasser. Im Sommer bei heißem Wetter kann er innerhalb von Stunden austrocknen.
Bewässerungsregeln:
- Direkt nach dem Verlegen ausgiebig wässern (Boden muss 10 cm tief feucht sein)
- Erste 2 Wochen: täglich wässern, bei Hitze morgens und abends
- Niemals komplett austrocknen lassen
- Mindestens 2 bis 3 Wochen nicht betreten
Tipp: Ein Beregner mit Zeitschaltuhr ist bei großen Flächen eine enorme Erleichterung. Wer ohnehin eine automatische Bewässerung im Garten plant, sollte die Leitungen vor dem Verlegen einbauen, denn im fertigen Rasen wird jede nachträgliche Grabung sichtbar.
Typische Fehler beim Rollrasen verlegen
Fehler 1: Schlechte Bodenvorbereitung
Das häufigste Problem. Wer den Boden nicht tief lockert, erhält einen Rasen, der schlecht verwurzelt, schnell leidet und früh kahlstellt.
Fehler 2: Rasen zu lange in der Rolle liegen lassen
Rollrasen, der mehr als 48 Stunden gerollt liegt, überhitzt sich und stirbt. Lieferung auf den Verlegetag koordinieren.
Fehler 3: Zu wenig gießen
Besonders in den ersten 2 Wochen sind viele Gärtner zu sparsam mit Wasser. Bei Sommerhitze kann täglich 20 bis 30 Liter/m² nötig sein.
Fehler 4: Zu früh betreten
Viele gehen davon aus, dass Rollrasen nach dem Verlegen sofort belastbar ist. Ist er nicht – mindestens 2 bis 3 Wochen warten, bis er fest verwurzelt ist.
Fehler 5: Lücken zwischen Rollen lassen
Lücken füllen sich zwar, dauern aber Wochen und sehen in der Zwischenzeit schlecht aus.
Kosten für Rollrasen-Projekt
| Position | Preis |
|---|---|
| Rollrasen Gebrauchsrasen | 3–5 EUR/m² |
| Rollrasen Zierrasen | 5–8 EUR/m² |
| Lieferkosten | 50–150 EUR pauschal |
| Startdünger | 0,20–0,50 EUR/m² |
| Werkzeug (Miete) | 30–80 EUR/Tag |
| Professionelles Verlegen | 5–10 EUR/m² |
Beispiel: 100 m² Rollrasen selbst verlegt:
- Rollrasen (Gebrauchsrasen): 400 EUR
- Lieferung: 80 EUR
- Startdünger: 30 EUR
- Gesamt ca. 510 EUR
Mit professioneller Verlegung: 900–1.500 EUR
Erster Schnitt und Langzeitpflege
Erster Schnitt: Nach ca. 3 bis 4 Wochen, wenn der Rasen auf 10 bis 12 cm gewachsen ist. Schnitthöhe 7 bis 8 cm – nicht zu tief schneiden.
Danach: Normaler Rasenpflegeplan:
- Mähen: 1 bis 2 mal pro Woche (im Sommer), alternativ übernimmt das ein Mähroboter ganz ohne Begrenzungsdraht
- Düngen: 3 bis 4 mal pro Jahr
- Bewässern: 2 bis 3 mal pro Woche bei Trockenheit
- Vertikutieren: 1 mal pro Jahr im Frühjahr
